1. Herrenmannschaft - VERBANDSLIGA - Staffel 3 (BWHV) TuS Schutterwald II - ASV Ottenhöfen 26:25 (15:12) Es war ein Auftakt, der trotz der knappen Niederlage Lust auf mehr macht. Im ersten Verbandsliga-Spiel nach dem Aufstieg aus der Landesliga musste sich der ASV Ottenhöfen beim TuS Schutterwald II denkbar knapp mit 25:26 (12:15) geschlagen geben. In einer spannenden Schlussphase hatten die Achertäler Handballer den ersten Punktgewinn auf Verbandsebene unmittelbar vor Augen, konnten sich für ihren großen Kampf am Ende aber nicht belohnen.
Nach der historischen Saison 2025/2026, in der sich der ASV die Meisterschaft in der Landesliga und damit den Aufstieg in die Verbandsliga sicherte, wartet nun eine neue Herausforderung auf die junge Mannschaft von Trainer Michael Wagner. Über Jahre hinweg hatte der ASV kontinuierlich auf den eigenen Nachwuchs gesetzt. Der Lohn dafür war nicht nur die Meisterschaft der Herren 1, sondern gemeinsam mit den Damen 1 und Damen 2 sogar ein historisches Meister-Triple im Seniorenbereich.
Auch in der neuen Spielklasse bleibt der ASV seinem Weg treu. Der Kader besteht ausschließlich aus Spielern aus Ottenhöfen beziehungsweise dem direkten Umfeld. Verstärkt durch junge Talente und erfahrene Führungsspieler soll sich die Mannschaft in der Verbandsliga behaupten. Dass dies kein leichtes Unterfangen werden würde, war allen Beteiligten bewusst. Das höhere Tempo, die größere körperliche Präsenz und die technische Qualität der neuen Liga sollten gleich zum Auftakt eine erste Standortbestimmung liefern.
Diese Aufgabe wurde zusätzlich dadurch erschwert, dass der ASV gleich auf vier Stammspieler verzichten musste. Dennoch präsentierte sich die Mannschaft von Beginn an engagiert und hielt die Partie über weite Strecken offen. Die Gastgeber erwischten zunächst den besseren Start und gingen mit 2:0 in Führung. Der ASV fand jedoch schnell ins Spiel und glich in der 10. Minute zum 3:3 aus. Kurz darauf musste Benedikt Kern verletzungsbedingt passen – ein weiterer Rückschlag für die personell ohnehin angespannte Mannschaft.
Schutterwald nutzte anschließend einige kleine Nachlässigkeiten im Spiel der Achertäler und setzte sich über 5:4, 8:5 und 9:6 etwas ab. Der ASV ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und kämpfte sich wieder heran. In der 24. Minute war beim 10:10 der Gleichstand erneut hergestellt. Die Gastgeber reagierten darauf mit einer Auszeit. Diese zeigte zunächst Wirkung: Schutterwald erhöhte den Druck und konnte sich zwei Minuten vor der Halbzeitpause auf 14:10 absetzen. Der ASV bewies jedoch Moral und verkürzte durch Manuel Schnurr und Philipp Schmälzle bis zum Pausenpfiff noch auf 12:15.
Für Manuel Schnurr war die Partie dabei ohnehin eine besondere. Nachdem der langjährige ASV-Torjäger seine aktive Karriere nach der vergangenen Meistersaison eigentlich beendet hatte, entschied er sich angesichts der neuen Herausforderung zu einem „Rücktritt vom Rücktritt“. In reduzierter Rolle wollte er die Mannschaft in der Verbandsliga unterstützen. Im Spiel gegen Schutterwald musste allerdings auch Schnurr im weiteren Verlauf verletzungsbedingt passen. Ob er bereits im nächsten Spiel wieder einsatzbereit sein kann, ist derzeit offen.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Schutterwald zunächst auf Abstand. In der 40. Minute lagen die Gastgeber mit 19:15 vorne. Doch die Mannschaft von Michael Wagner zeigte genau den Kampfgeist, den der Trainer von seinem Team sehen wollte. Schritt für Schritt kämpfte sich der ASV zurück in die Partie und verkürzte in der 47. Minute auf 20:19. Nun war endgültig Spannung angesagt. Die Schlussphase entwickelte sich zu einer echten Crunch-Time. In der 52. Minute war beim 22:22 wieder alles offen. Der erste Punktgewinn in der Verbandsliga schien greifbar nahe.
Doch erneut nutzte Schutterwald kleine Unachtsamkeiten der Achertäler und konnte sich vier Minuten vor dem Ende auf 25:22 absetzen. Wer nun mit einer Vorentscheidung gerechnet hatte, sah sich getäuscht. Der ASV mobilisierte noch einmal die letzten Kräfte und stemmte sich gegen die drohende Niederlage. Moritz Kimmig, mit fünf Treffern bester ASV-Torschütze, erzielte kurz vor dem Schlusspfiff noch den Anschlusstreffer zum 26:25. Für den Ausgleich reichte die verbleibende Zeit allerdings nicht mehr. So musste der ASV trotz einer über weite Strecken starken Vorstellung die Heimreise mit einer denkbar knappen Niederlage antreten.
Trainer Michael Wagner war trotz der verlorenen Partie voll des Lobes für seine Mannschaft: „Selten war ich nach einer Niederlage so stolz auf meine Mannschaft. Die personellen Probleme haben uns vor große Aufgaben gestellt, die wir mehr als gut gelöst haben. Jeder hat gekämpft. Darauf können wir aufbauen.“
Viel mehr kann man sich von einem ersten Auftritt in der neuen Spielklasse kaum wünschen. Der ASV hat gezeigt, dass er auch auf Verbandsebene mithalten kann. Trotz vier fehlender Stammspieler und weiterer Verletzungen kämpfte sich die junge Mannschaft immer wieder zurück und stand kurz vor dem ersten Punktgewinn.
Die Leistung in Schutterwald macht jedenfalls Lust auf mehr – vielleicht bereits am kommenden Wochenende. Dann steht für den ASV das erste Heimspiel der neuen Verbandsliga-Saison auf dem Programm. In der Schwarzwaldhalle Ottenhöfen empfängt die Mannschaft am Sonntag, 27. September, um 17:00 Uhr den Mitaufsteiger HC Neuenbürg II. Nach dem starken Auftakt hoffen die Achertäler dabei auf die Unterstützung ihrer Fans und wollen vor heimischer Kulisse die ersten Verbandsliga-Punkte einfahren.
ASV Ottenhöfen: Moritz Kimmig (5), Max Bruder (4), Jörn Schmälzle (4), Lukas Blust (3), Philipp Schmälzle (3), Manuel Schnurr (3), Benedikt Kern (2), Lucas Vierling (1), Samuel Bohnert, Pascal Harter, Dominik Horn, Benjamin Vierling
TuS Schutterwald II: Luca Haß (7), Marc Schulz (4), Jona Ehret (3), Noah Adam (2), René Behmann (2), Dominik End (2), Florian Fahner (2), Tim Heuberger (1), Jakob Meffle (1), Jakob Ritter (1), Morris Strosack (1), Raphael Herrmann, Jakob Osiander, Joel Sütterlin
1. Damenmannschaft- VERBANDSLIGA - Staffel 3 (BWHV) SG Altdorf/Ettenheim – ASV, So. 20.09.26 - 16.45 Uhr Bereits am kommenden Wochenende beginnt es – das „Abenteuer Verbandsliga“ für die Damen des ASV Ottenhöfen. Die zurückliegende Meisterschaft in der Landesliga war alles anders als eingeplant und war plötzlich mit fortlaufender Saison immer greifbarer. Nun geht man das neue Kapitel in der neuen Spielklasse voller Mut aber auch voller Demut an. „Uns ist bewusst, dass wir das eine oder andere Mal auch Lehrgeld zahlen werden müssen“, gibt sich Trainer Ralf Paulus, der mit seinem Team in die zweite Saison geht, keinen Illusionen hin. Gemeinsam mit seiner Mannschaft will der Coach aber möglichst schnell in der neuen Liga ankommen, um anschließend „wie ein Eichhörnchen“ nach und nach die nötigen Punkte für den Klassenerhalt einsammeln.
Einziger Neuzugang der ASV-Damen ist Luisa Vogel, die von der SG Ottersweier/Großweier ins Achertal gekommen ist, und gemeinsam mit Dani Spinner das Torhüterinnenduo bilden wird. Externe Abgänge hat die Mannschaft keine zu verzeichnen, wobei einige Spielerinnen studienbedingt oder aus privaten Gründen nur noch eingeschränkt zur Verfügung stehen. Der doch recht dünne Kader bereitet ein wenig Kopfzerbrechen und schlägt sich auch gleich beim ersten Auswärtsspiel nieder. Denn urlaubsbedingt müssen die Achertälerinnen gleich auf mehrere Spielerinnen verzichten. Trotzdem möchte man sich bei einem unbekannten Gegner von der besten Seite zeigen und auch irgendwie eine Möglichkeit finden, etwas Zählbares mit nach Hause zu nehmen.
Marleen Kern kehrt nach WM-Triumph zurück zu ihren Wurzeln
Eine Weltmeisterin in der eigenen Halle – diesen besonderen Überraschungsmoment-Moment durften die B-Mädchen des ASV Ottenhöfen am Dienstag erleben. Nur wenige Tage nach ihrem bisher größten sportlichen Erfolg stand Marleen Kern wieder dort, wo ihre Handballgeschichte begann: in ihrer Heimathalle Ottenhöfen.
Mit der weiblichen U20-Handball-Nationalmannschaft wurde Marleen in der vergangenen Woche Weltmeisterin in China. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland am Montag dauerte es nicht lange, bis sie wieder auf dem Spielfeld stand. Bereits am Dienstag besuchte sie das Training der B-Mädchen ihres Heimatvereins, die von ihrem Bruder Benedikt trainiert werden und gab ihre Erfahrungen an die nächste Generation weiter.
Für die jungen Spielerinnen war es wohl eine unvergessliche Trainingseinheit. Gemeinsam mit einer frischgebackenen Weltmeisterin zu trainieren, Tipps aus erster Hand zu erhalten und zu sehen, dass auch große Erfolge mit Bodenständigkeit verbunden sein können, war eine besondere Motivation.
Marleens Wurzeln liegen genau hier. Beim ASV begann ihre Handballlaufbahn, hier spielte sie einst selbst in der C-Jugend und wurde damals von ihrem Vater Hagen Kern trainiert. Als sie den Verein verließ, gab ihr dieser ein ganz besonderes Andenken mit auf den Weg: ein ASV-Shirt mit dem Slogan:
„Never forget where you are coming from.“ Diese Worte begleiten Marleen bis heute. Sie sollen sie daran erinnern, wo ihre Reise begonnen hat und welche Menschen sie auf ihrem Weg unterstützt haben. Trotz Weltmeistertitel und großer sportlicher Erfolge vergisst sie ihre Heimat nicht und kehrt immer wieder gerne ins Achertal zurück.
Für den Verein ist dieser Besuch ein Zeichen gelebter Verbundenheit und ein Beweis dafür, dass die Werte des ASV Ottenhöfen weit über den Sport hinausreichen. Marleen zeigt den Nachwuchsspielerinnen, dass Träume mit Leidenschaft, Einsatz und Teamgeist wahr werden können – und dass man dabei seine Wurzeln niemals vergessen sollte.
Der ASV Ottenhöfen ist stolz auf seine Weltmeisterin und gratuliert Marleen nochmals herzlich zu diesem außergewöhnlichen Erfolg.