Marleen Kern kehrt nach WM-Triumph zurück zu ihren Wurzeln
Eine Weltmeisterin in der eigenen Halle – diesen besonderen Überraschungsmoment-Moment durften die B-Mädchen des ASV Ottenhöfen am Dienstag erleben. Nur wenige Tage nach ihrem bisher größten sportlichen Erfolg stand Marleen Kern wieder dort, wo ihre Handballgeschichte begann: in ihrer Heimathalle Ottenhöfen.
Mit der weiblichen U20-Handball-Nationalmannschaft wurde Marleen in der vergangenen Woche Weltmeisterin in China. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland am Montag dauerte es nicht lange, bis sie wieder auf dem Spielfeld stand. Bereits am Dienstag besuchte sie das Training der B-Mädchen ihres Heimatvereins, die von ihrem Bruder Benedikt trainiert werden und gab ihre Erfahrungen an die nächste Generation weiter.
Für die jungen Spielerinnen war es wohl eine unvergessliche Trainingseinheit. Gemeinsam mit einer frischgebackenen Weltmeisterin zu trainieren, Tipps aus erster Hand zu erhalten und zu sehen, dass auch große Erfolge mit Bodenständigkeit verbunden sein können, war eine besondere Motivation.
Marleens Wurzeln liegen genau hier. Beim ASV begann ihre Handballlaufbahn, hier spielte sie einst selbst in der C-Jugend und wurde damals von ihrem Vater Hagen Kern trainiert. Als sie den Verein verließ, gab ihr dieser ein ganz besonderes Andenken mit auf den Weg: ein ASV-Shirt mit dem Slogan:
„Never forget where you are coming from.“ Diese Worte begleiten Marleen bis heute. Sie sollen sie daran erinnern, wo ihre Reise begonnen hat und welche Menschen sie auf ihrem Weg unterstützt haben. Trotz Weltmeistertitel und großer sportlicher Erfolge vergisst sie ihre Heimat nicht und kehrt immer wieder gerne ins Achertal zurück.
Für den Verein ist dieser Besuch ein Zeichen gelebter Verbundenheit und ein Beweis dafür, dass die Werte des ASV Ottenhöfen weit über den Sport hinausreichen. Marleen zeigt den Nachwuchsspielerinnen, dass Träume mit Leidenschaft, Einsatz und Teamgeist wahr werden können – und dass man dabei seine Wurzeln niemals vergessen sollte.
Der ASV Ottenhöfen ist stolz auf seine Weltmeisterin und gratuliert Marleen nochmals herzlich zu diesem außergewöhnlichen Erfolg.
Mit dem Gewinn der U20-Handball-Weltmeisterschaft hat Marleen Kern einen außergewöhnlichen Meilenstein in ihrer sportlichen Laufbahn erreicht. Die deutsche Nachwuchsnationalmannschaft setzte sich im Finale der Weltmeisterschaft im chinesischen Jinzhong mit 33:26 gegen Dänemark durch und krönte sich nach einer beeindruckenden Turnierleistung ohne Niederlage zum Weltmeister. Nach dem Gewinn der U19-Europameisterschaft im vergangenen Jahr gelang dem Team damit das historische Double aus EM- und WM-Titel.
Für den ASV Ottenhöfen besitzt dieser Erfolg eine ganz besondere Bedeutung. Marleen Kern begann ihre Handballkarriere beim ASV und entwickelte hier ihre Begeisterung für den Sport. Der Verein verfolgt ihren sportlichen Werdegang seit vielen Jahren mit großem Interesse und freut sich über den Weg, den sie bis in die deutsche Nachwuchsnationalmannschaft und nun an die Weltspitze genommen hat.
Den historischen Triumph erlebten auch ihre Eltern Bianca und Hagen Kern – ASV-Sportvorstand – hautnah mit. Sie begleiteten die Mannschaft nach China und konnten den WM-Gewinn gemeinsam mit Marleen vor Ort feiern.
Der ASV Ottenhöfen ist stolz darauf, dass eine ehemalige Jugendspielerin Teil dieser erfolgreichen Nationalmannschaft ist. Der gesamte Verein gratuliert Marleen Kern herzlich zum Weltmeistertitel und wünscht ihr für ihre weitere sportliche und persönliche Zukunft viel Erfolg.
Die Saison 2025/2026 wird beim ASV Ottenhöfen als eine der erfolgreichsten Spielzeiten der Vereinsgeschichte in Erinnerung bleiben. Gleich drei Meisterschaften konnten gefeiert werden: Die erste Herrenmannschaft und die erste Damenmannschaft sicherten sich jeweils den Titel in der Landesliga und steigen damit in die Verbandsliga auf. Zudem krönte sich auch die zweite Damenmannschaft zum Meister.
Besonders bemerkenswert: Sowohl bei den Herren als auch bei den Damen gelang der Aufstieg mit Mannschaften, die nahezu vollständig aus der eigenen Jugendarbeit hervorgegangen sind. Auch für die kommende Verbandsliga-Saison plant der Verein bislang bewusst ohne vereinsfremde Neuzugänge – ein Weg, der in der heutigen Handballlandschaft immer seltener geworden ist.
Die erste Herrenmannschaft dominierte die Landesliga über weite Strecken der Saison und sicherte sich die Meisterschaft letztlich souverän mit fünf Punkten Vorsprung. Vor allem in den entscheidenden Spielen zeigte die Mannschaft ihre Qualität und setzte sich gegen direkte Konkurrenten wie den HC Neuenbürg II oder den Lokalrivalen SG Ottersweier/Großweier durch. Damit gelang dem ASV erstmals seit über 20 Jahren wieder der Aufstieg auf Verbandsebene.
Auch die Damen 1 sorgten für Begeisterung. In einem bis zum letzten Spieltag spannenden Titelrennen behielt das Team die Nerven und sicherte sich mit einem knappen 28:26-Auswärtssieg beim SV Niederbühl die Meisterschaft. Der Vorsprung auf den direkten Verfolger SG Eggenstein-Leopoldshafen betrug am Ende lediglich einen Punkt. Die zweite Damenmannschaft rundete die außergewöhnliche Saison schließlich mit ihrem eigenen Meistertitel ab.
Dass der ASV Ottenhöfen heute einen solchen Erfolg feiern kann, ist das Ergebnis jahrzehntelanger Vereinsarbeit. Die Geschichte des Handballsports im Achertal reicht bis ins Jahr 1934 zurück, als Lehrer Oswald Eichelberger den Handball nach Ottenhöfen brachte. Nach den schwierigen Jahren rund um den Zweiten Weltkrieg entwickelte sich der ASV Schritt für Schritt zu einer festen Größe im südbadischen Handball. In den frühen Jahren gehörten lange Fahrten mit dem Fahrrad zu den Auswärtsspielen ebenso selbstverständlich dazu wie improvisierte Trainingsbedingungen.
Einen entscheidenden Entwicklungsschub brachte schließlich der Bau der Schwarzwaldhalle im Jahr 1978. In den darauffolgenden Jahrzehnten etablierte sich der ASV sowohl im Männer- als auch im Frauenbereich dauerhaft in höheren Spielklassen. Oberliga-Handball, DHB-Pokalspiele und sogar Gastspiele der deutschen Nationalmannschaft prägten die Vereinsgeschichte.
Bereits in den 1990er-Jahren gehörte der ASV Ottenhöfen sowohl im Männer- als auch im Frauenbereich zu den sportlichen Aushängeschildern des südbadischen Handballs. Dass nun erneut beide ersten Mannschaften gemeinsam den Aufstieg auf Verbandsebene feiern dürfen, verleiht der Saison 2025/2026 einen ganz besonderen historischen Stellenwert.
Die aktuelle Erfolgssaison zeigt nun einmal mehr, welchen Stellenwert die kontinuierliche Jugendarbeit im Verein besitzt. Nahezu alle Spielerinnen und Spieler der Meistermannschaften stammen aus dem eigenen Nachwuchs und wurden über Jahre hinweg beim ASV ausgebildet. Gerade als eigenständiger Dorfverein ist dies eine Besonderheit. Während viele Clubs längst auf Spielgemeinschaften angewiesen sind, konnte der ASV Ottenhöfen seine Eigenständigkeit bis heute bewahren – eine Seltenheit im modernen Handball.
Die außergewöhnliche Saison fand auch abseits des Spielfelds ihre verdiente Anerkennung. Bei einer separaten Veranstaltung im Vereinsheim nahm Staffelleiter Uwe Persch die offiziellen Meisterehrungen vor. Im Anschluss ließen die Mannschaften gemeinsam mit der Vereinsführung die Erfolge der Herren 1, Damen 1 und Damen 2 bei einem Umtrunk nochmals Revue passieren und würdigten damit eine Saison, die zweifellos zu den bedeutendsten der jüngeren Vereinsgeschichte zählt.
Die Saison 2025/2026 steht deshalb nicht nur für sportlichen Erfolg, sondern auch für Werte wie Zusammenhalt, Kontinuität und Vereinstreue. Drei Meisterschaften, zwei Aufstiege und volle Hallen bei Heimspielen zeigen eindrucksvoll, welche Bedeutung der Handballsport in Ottenhöfen weiterhin besitzt – und dass der ASV auch über 90 Jahre nach seiner Gründung lebendiger denn je ist.