Mit dem Gewinn der Meisterschaft und dem Aufstieg in die Verbandsliga endet beim ASV Ottenhöfen nicht nur eine außergewöhnlich erfolgreiche Saison – sondern auch die aktive Laufbahn eines der prägendsten Spieler der jüngeren Vereinsgeschichte: Manuel Schnurr beendet seine Handballkarriere.
Der Rückraumspieler gehört zweifellos zu den erfolgreichsten Eigengewächsen der ASV-Handballschule. Bereits im Alter von sechs Jahren wurde Manuel von seinem Vater Reinhold Schnurr, selbst langjähriger Aktiver und Damentrainer beim ASV, im Verein angemeldet. Von Beginn an durchlief er sämtliche Jugendmannschaften des ASV und entwickelte sich früh zu einem herausragenden Torjäger und Leistungsträger.
Ein erster großer Erfolg gelang 2008 mit der Bezirksmeisterschaft der C-Jugend. Nur ein Jahr später folgte der nächste Meilenstein: Gemeinsam mit den Trainern Manuel Strübel und Thomas Huber schaffte die B-Jugend des ASV 2009 den Aufstieg in die Südbadenliga – die erste Teilnahme einer ASV-Jugendmannschaft in Südbadens höchster Spielklasse. Dort überzeugte die Mannschaft auf Anhieb und belegte 2010 einen starken fünften Platz.
Eine klassische A-Jugend-Zeit gab es für Manuel Schnurr anschließend nicht mehr. Bereits als 17-Jähriger wurde er 2010 von Trainer Wolfgang Roll direkt in die erste Mannschaft berufen. Es war die erste Saison nach dem Wiederaufstieg in die Landesliga – und gleichzeitig eine besondere Spielzeit, da der ASV aufgrund der Renovierung der Schwarzwaldhalle keine Heimspiele austragen konnte.
Trotz seines jungen Alters übernahm Schnurr sofort Verantwortung. Mit beeindruckenden 142 Treffern wurde er auf Anhieb bester Torschütze des Teams und hatte entscheidenden Anteil am damals kaum noch für möglich gehaltenen Klassenerhalt. Auch in der Saison 2011/12 führte er die interne Torjägerliste mit 177 Treffern an und machte damit höherklassige Vereine auf sich aufmerksam.
Der Wechsel zum damaligen Oberligisten TV Willstätt bedeutete für Schnurr die Chance, sich zwei Klassen höher zu beweisen. Nach zwei Jahren im Hanauerland kehrte er jedoch zu seinem Heimatverein zurück – und knüpfte nahtlos an seine starken Leistungen an. Direkt nach seiner Rückkehr wurde er wieder Top-Scorer des ASV und erzielte starke 194 Tore.
Seinen persönlichen Rekord stellte Schnurr in der Saison 2015/16 auf: Mit 224 Treffern erreichte er eine Marke, die bis heute von keinem anderen ASV-Spieler übertroffen wurde. In den folgenden Jahren bremsten ihn immer wieder Schulterprobleme, dennoch blieb er eine feste Größe, Führungsspieler und Identifikationsfigur des Vereins.
Insgesamt erzielte Manuel Schnurr knapp 1600 Tore für die erste Mannschaft des ASV Ottenhöfen – eine Zahl, die seinen Stellenwert für den Verein eindrucksvoll unterstreicht.
Dass seine Karriere nun mit der Meisterschaft und dem Aufstieg in die Verbandsliga endet, verleiht dem Abschied einen besonders passenden Rahmen. Nach vielen Jahren als Leistungsträger durfte Schnurr nochmals einen der größten Erfolge der jüngeren Vereinsgeschichte miterleben und aktiv mitgestalten. Und wer weiß – vielleicht sieht man ihn auch künftig noch das eine oder andere Mal auf dem Spielfeld, wenn es doch wieder in den Händen kribbelt und der ASV Unterstützung braucht.
1. Damenmannschaft - Landesliga - Staffel 7 (BWHV) SV Niederbühl - ASV Ottenhöfen 26:28 (9:10) Am letzten Spieltag ging es für die Damen des ASV Ottenhöfen nach Niederbühl. Um den Meistertitel in der Landesliga zu ergattern, musste das letzte Spiel unbedingt gewonnen werden. Anhand der Tabelle eigentlich nur Formsache. Allerdings zählt der SV Niederbühl nicht gerade zu den Lieblingsgegnerinnen der Achertälerinnen. Zu Beginn der Partie fehlende Schiedsrichter waren für das Nervenkostüm ebenfalls nicht förderlich. Der Druck unbedingt gewinnen zu müssen wirkte sich sichtbar auf den Spielfluss der ASV-Damen aus. Diverse vergebene Chancen und Ballverluste sowie kampfstarke Niederbühlerinnen ließen das Spiel zu einem richtigen Krimi werden.
Die Partie startete für Ottenhöfen zunächst mit einem guten Lauf. So konnten Marina Fischer, Rebecca Schober, Julia Haberle und Jana Wigant zum 1:5 in der 17. Minuten sorgen, ehe Niederbühl ab der 18. Minute besser ins Spiel fand und sich herankämpfte. In der ersten Halbzeit dominierten auf beiden Seiten die Torhüterinnen, die einige Chancen vereitelten und es so insgesamt eine relativ torarme Halbzeit blieb. Kurz vor Schluss konnte Janina Horn mit einem Siebenmeter die Halbzeitführung für Ottenhöfen zum 9:10 einnetzen.
Auch die zweite Halbzeit war hart umkämpft, aber die Schützinnen hatten ihr Visier besser eingestellt. So traf Tatjana Harter in der 36. Minute zum 12:15. Jule Schäfer und Julia Haberle konnten in der 42. Minute den Vorsprung wieder auf 2 Tore zum 14:17 ausbauen. Eine von Ottenhöfens Trainer Ralf Paulus genommene Auszeit, um seine Mannschaft neu auf die Konterläufe der Niederbühlerinnen einzustellen, zeigte zunächst nicht die gewünschte Wirkung. So glichen die Gastgeberinnen erstmals in der 45. Minute zum 17:17 aus und gingen in der 51. Minute mit 21:20 in Führung. Die Harter-Geschwister sorgten jeweils für den Ausgleich. Katharina Münz und Tatjana Harter erzielten die zwischenzeitlichen Führungen zum 22:23 und 23:24. Jule Schäfer brachte die Ottenhöfenerinnen mit einem Doppel-Pack in der 58. Minute mit 24:26 in Front, ehe Niederbühl in der 60. Minute wieder zum 26:26 ausglich. Erneut erzielte Jule Schäfer den Führungstreffer zum 26:27. Niederbühl nahm eine Auszeit und die Torhüterin vom Feld, was Katharina Münz mit der Schlusssirene zum 26:28 Siegtreffer ausnutzen konnte.
Danach gab es kein Halten mehr und die zahlreich mitgereisten Fans bejubelten zusammen mit der Mannschaft den Titel in der Landesliga. Dieser wurde dann in Ottenhöfen gebührend gefeiert. Somit konnten sich 3 der aktiven Seniorenteams den Meistertitel sichern. Für den ASV Ottenhöfen alles in allem eine denkwürdige und erfolgreiche Saison 25/26. Nun gilt es sich von den Strapazen zu erholen, um frisch in die neue Verbandsliga-Saison 26/27 zu starten und sich dort neuen Herausforderungen zu stellen.