Ein Jahr für die Geschichtsbücher des ASV Ottenhöfen
Die Saison 2025/2026 wird beim ASV Ottenhöfen als eine der erfolgreichsten Spielzeiten der Vereinsgeschichte in Erinnerung bleiben. Gleich drei Meisterschaften konnten gefeiert werden: Die erste Herrenmannschaft und die erste Damenmannschaft sicherten sich jeweils den Titel in der Landesliga und steigen damit in die Verbandsliga auf. Zudem krönte sich auch die zweite Damenmannschaft zum Meister.
Besonders bemerkenswert: Sowohl bei den Herren als auch bei den Damen gelang der Aufstieg mit Mannschaften, die nahezu vollständig aus der eigenen Jugendarbeit hervorgegangen sind. Auch für die kommende Verbandsliga-Saison plant der Verein bislang bewusst ohne vereinsfremde Neuzugänge – ein Weg, der in der heutigen Handballlandschaft immer seltener geworden ist.
Die erste Herrenmannschaft dominierte die Landesliga über weite Strecken der Saison und sicherte sich die Meisterschaft letztlich souverän mit fünf Punkten Vorsprung. Vor allem in den entscheidenden Spielen zeigte die Mannschaft ihre Qualität und setzte sich gegen direkte Konkurrenten wie den HC Neuenbürg II oder den Lokalrivalen SG Ottersweier/Großweier durch. Damit gelang dem ASV erstmals seit über 20 Jahren wieder der Aufstieg auf Verbandsebene.
Auch die Damen 1 sorgten für Begeisterung. In einem bis zum letzten Spieltag spannenden Titelrennen behielt das Team die Nerven und sicherte sich mit einem knappen 28:26-Auswärtssieg beim SV Niederbühl die Meisterschaft. Der Vorsprung auf den direkten Verfolger SG Eggenstein-Leopoldshafen betrug am Ende lediglich einen Punkt. Die zweite Damenmannschaft rundete die außergewöhnliche Saison schließlich mit ihrem eigenen Meistertitel ab.
Dass der ASV Ottenhöfen heute einen solchen Erfolg feiern kann, ist das Ergebnis jahrzehntelanger Vereinsarbeit. Die Geschichte des Handballsports im Achertal reicht bis ins Jahr 1934 zurück, als Lehrer Oswald Eichelberger den Handball nach Ottenhöfen brachte. Nach den schwierigen Jahren rund um den Zweiten Weltkrieg entwickelte sich der ASV Schritt für Schritt zu einer festen Größe im südbadischen Handball.
Einen entscheidenden Entwicklungsschub brachte schließlich der Bau der Schwarzwaldhalle im Jahr 1978. In den darauffolgenden Jahrzehnten etablierte sich der ASV sowohl im Männer- als auch im Frauenbereich dauerhaft in höheren Spielklassen. Oberliga-Handball, DHB-Pokalspiele und sogar Gastspiele der deutschen Nationalmannschaft prägten die Vereinsgeschichte.
Bereits in den 1990er-Jahren gehörte der ASV Ottenhöfen sowohl im Männer- als auch im Frauenbereich zu den sportlichen Aushängeschildern des südbadischen Handballs. Dass nun erneut beide ersten Mannschaften gemeinsam den Aufstieg auf Verbandsebene feiern dürfen, verleiht der Saison 2025/2026 einen ganz besonderen historischen Stellenwert.
Die aktuelle Erfolgssaison zeigt nun einmal mehr, welche Bedeutung die kontinuierliche Jugendarbeit im Verein besitzt. Nahezu alle Spielerinnen und Spieler der Meistermannschaften stammen aus dem eigenen Nachwuchs und wurden über Jahre hinweg beim ASV ausgebildet. Gerade als eigenständiger Dorfverein ist dies eine Besonderheit. Während viele Clubs längst auf Spielgemeinschaften angewiesen sind, konnte der ASV Ottenhöfen seine Eigenständigkeit bis heute bewahren – eine Seltenheit.
Die außergewöhnliche Saison fand auch abseits des Spielfelds ihre verdiente Anerkennung. Bei einer separaten Veranstaltung im Vereinsheim nahm Staffelleiter Uwe Persch die offiziellen Meisterehrungen vor. Im Anschluss ließen die Mannschaften gemeinsam mit der Vereinsführung die Erfolge bei einem Umtrunk nochmals Revue passieren und würdigten damit eine Saison, die zweifellos zu den bedeutendsten der jüngeren Vereinsgeschichte zählt.
Die Saison 2025/2026 steht nicht nur für sportlichen Erfolg, sondern auch für Werte wie Zusammenhalt, Kontinuität und Vereinstreue. Drei Meisterschaften, zwei Aufstiege und volle Hallen bei Heimspielen zeigen eindrucksvoll, welche Bedeutung der Handballsport in Ottenhöfen weiterhin besitzt – und dass der ASV auch über 90 Jahre nach seiner Gründung lebendiger denn je ist.
Bericht: Mike Käshammer