Die Festschrift zum 75. Jubiläum des ASV OTTENHÖFEN

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Die Anfänge

30er – die Anfänge
 
Im Jahre 1934 existierte in Ottenhöfen bereits seit Jahren ein Turnverein, der sehr aktiv war, auch wenn die Bedingungen im hinteren Achertal für diesen Sport nicht eben hervorragend waren.Trainiert wurde zur damaligen Zeit im Saal des Gasthauses „Engel“ oder in der Lesehalle des Hotels „Pflug“. Aktive des Turnvereins Ottenhöfen nahmen auch an den Deutschen Turnfesten teil, so dass man daraus schließen kann, dass der Leistungsstand recht gut gewesen sein muss.
 
„Der“ Gründer
 
Im September 1934 wurde ein junger Lehrer namens Oswald Eichelberger nach Ottenhöfen versetzt. Schon ein Jahr zuvor – vom November 1933 an – war er im Nachbarort Seebach Lehrer gewesen. Vom Mai 1934 bis zum August 1934 gab er ein kurzes Gastspiel als Lehrer in Bruchsal. Dann erreichte ihn die Versetzung nach Ottenhöfen.
Oswald Eichelberger, geboren 1907, hatte in seinem Heimatort Sandweier schon lange Handball gespielt. Ab seinem 17. Lebensjahr gar in der I. Mannschaft. Nun hatte Ottenhöfen einen Lehrer, der mit Leib und Seele Handballer war. Er war noch keine zwei Tage in Ottenhöfen, als der damalige Vorsitzende des Turnvereins Rappenecker und der Turnwart Oster ihn baten, das Jugendturnen im Verein zu übernehmen. Oswald Eichelberger übernahm diese Aufgabe.
 
Ab diesem Zeitpunkt wurde im Turnverein Ottenhöfen nicht mehr nur geturnt, sondern auch Handball gespielt. In seiner Eigenschaft als Lehrer förderte er auch im Sportunterricht an der Schule das Handballspielen. Bis hierher reichen also die Wurzeln des ASV Ottenhöfen, auch wenn die Handballabteilung zunächst dem Turnverein angegliedert war.
 
Erste „Handball-Gehversuche“
 
Vor dem aktiven Start gab es noch ein wichtiges Problem zu lösen: Man hatte noch keinen Platz, der sich in Ottenhöfen zum Handballspielen eignete. Im Jahre 1934 wurde das Freibad – der Vorgänger des heutigen Schwimmbads im Hasenwald – gebaut. Der Platz davor, auf dem der Aushub der Schwimmbadgrube lag, schien geeignet. In Eigenarbeit wurde der er eingeebnet und Tore erstellt. Der Hasenwaldsportplatz, auf dem heute die Parkplätze des Schwimmbads sind und auf dem die Schwarzwaldhalle steht, war geboren.
Ab dem Frühjahr 1935 nahm zum ersten Male eine Mannschaft aus Ottenhöfen aktiv an der Punkterunde teil. Zu den ersten die mit Begeisterung Handball spielten, gehörten: Willi Moser, Dr. Walter Ernst, Helmut Funk, Albert Faißt, Franz Rösch, Wilhelm Schmälzle. Die Gegner der ersten Jahre waren die Mannschaften aus: Ottersweier, Memprechtshofen, Helmlingen, Greffern, Steinbach und Sandweier.
Trainiert wurde ohne Trainer. Man brachte sich das Handballspielen selber bei. Die Fahrten zu den Auswärtsspielen müssen zur damaligen Zeit kleine Abenteuer gewesen sein. Bevor man sich dem Gegner auf dem Sportplatz stellte, hatte man schon einige Kilometer auf dem Fahrrad „heruntergestrampelt“. Ab und zu fing sich der eine oder andere auch einen Platten; und im übrigen musste man sich nach dem Spiel ja wieder heim ins Achertal quälen. Etwas besser wurde es, als man kurz vor dem Krieg mit dem Kleinbus des Hotels Pflug zu den Auswärtsspielen fuhr.
 
Die Rivalität zwischen Großweier und Ottenhöfen geht bis in diese Zeit zurück, denn wenn die Mannschaft von Großweier in Ottenhöfen zu spielen hatte, fuhr zwischen Achern und Ottenhöfen ein Sonderzug; die Invasion vom Land war gefürchtet!
Dann kam der Krieg ! Viele die bisher Handball gespielt hatten, wurden eingezogen um Krieg zu spielen. Zynisch könnte man sagen, dass der Handball mit der Handgranate vertauscht wurde. Einige Freundschaftsspiele wurden noch ausgetragen, doch der Sport trat in den Hintergrund. Der Krieg hielt die Menschen in Atem.
 

40er – Der Neuanfang
 
Ab 1946 wurde dann wieder Handball gespielt. Doch auch hierfür war es nötig, zunächst die Reste des Krieges zu beseitigen. Der Hasenwaldsportplatz war während des Krieges eine Art Bauhof geworden, denn am Hübschberg hatte man Bunker gebaut. Der Sportplatz war zum Teil zubetoniert. Schotter und Kies lagen darauf und die schweren Fahrzeuge hatten die Drainage zerstört.
Die Handballwilligen begannen, den Platz wieder herzurichten. Aber noch etwas kam dazu; die Franzosen – die Besatzungsmacht dieser Jahre – hatten den Turnverein verboten. Man hatte genug von der Körperertüchtigung der Deutschen. Der Handball musste ein selbständiger Verein werden.
 
Aus der Handballabteilung des Turnvereins wurde der ASV Ottenhöfen.
 
Schon 1947 gelang dem ASV Ottenhöfen der Aufstieg in die Bezirksklasse, in der folgende Mannschaften Gegner waren: Forbach, Gausbach, Durmersheim, Rastatt, Baden-Baden, Gaggenau.
Die Fahrten – damals fast Ausflüge – zu den Gegnern wurden nun sehr komfortabel mit Lastwagen vorgenommen. Es war die Zeit der Holzvergaser. Auf die Pritsche des Wagens wurden Holzbänke gestellt. In den scharfen Kurven flogen die Mitfahrer dann durch die Gegend. Besonders gefürchtet waren von den Spielern die Fahrten mit dem Liebl Max. Etwas ruhiger fuhren der Bäuerle Berthold und der Spinner Hermann. Risikolos waren diese Fahrten jedoch nie. Auf der Fahrt zum Spiel in Bietigheim gab zum Beispiel der Holzvergaser den Geist auf, so dass die Spieler die restlichen Kilometer zu Fuß gehen mussten.
 

50er – Die Krise
 
Im Jahre 1953 entschloss sich der ASV Ottenhöfen zum freiwilligen Abstieg aus der Bezirksklasse. Man konnte sich die Fahrten nicht mehr leisten.
Das Zuschauerinteresse in jenen Jahren war riesig. Noch hatte man keine Autos, um wegzufahren. Es gab kein Fernsehen, und auch sonst war auf dem Dorf nicht viel geboten. Anfang der 50er Jahre war geplant, eine Unterabteilung des ASV zu gründen, den Ski-Club Ottenhöfen. Doch dann wurde daraus ein eigenständiger Verein, der vom ASV Ottenhöfen eine nicht geringe finanzielle Starthilfe erhielt.
 
Im Jahre 1954 war die Deutsche Fußballnationalmannschaft in Bern Weltmeister geworden. Die Deutschen, vor allem die Jugendlichen waren begeistert. Man war plötzlich fußballverrückt. In der Katholischen Jugend in Ottenhöfen wurde Fußball gespielt. Viele der jungen Leute waren Mitglieder des ASV Ottenhöfen, und der Fußball lockte mehr als der Handball. Dazu kam, dass die guten Handballer auch gute Fußballer waren. Ein langsames Abbröckeln begann; der ASV Ottenhöfen hatte seine Attraktivität verloren.
Für zwei Sportvereine aber schien in Ottenhöfen kein Platz zu sein. In den Jahren 1955 und 1956 lag der ASV Ottenhöfen – wenn man so sagen darf – in den letzten Zügen. Ein Jahr lang tat sich im Handball nichts mehr. Der FC Ottenhöfen entstand wie ein Phönix aus der Asche.
Doch die Handballbesessenen gaben nicht auf. Ohne Vorstandschaft versuchte man weiter zu machen. Männer wie Erich Baßler, Gebhard Horn und Gerhard Schnurr haben das Verdienst, den ASV Ottenhöfen wiederbelebt zu haben. Es begann die Zeit, in der am Sonntagmorgen auf dem Hasenwaldsportplatz vor den Toren mit Sägemehl Kreise für die Handballer, und nachmittags eckige Strafraummarkierungen für die Fußballer gezogen wurden. Wenn der ASV auch in den Endfünfzigern und zu Beginn der sechziger Jahre im Schatten des FC Ottenhöfen lebte, wichtig war dass er überhaupt lebte.
 

60/70er – Der Umbruch
 
Die Zeiten änderten sich. In den Jahren nach 1960 kam das Hallenhandballspiel immer mehr auf. Auch der ASV Ottenhöfen ging mit der Zeit. Zunächst fuhr man zweigleisig. Im Winter spielte man in der Halle, im Sommer auf dem Feld. Doch das Feldspiel verlor immer mehr Zuschauer. Viele sprachen von Langeweile. Vielleicht hätte eine Regeländerung etwas vermocht.
Viele Vereine verlegten sich auf das Spiel in der Halle. Als die Gruppe der Vereine welche Großfeld-Handball spielten immer kleiner wurde, ging man dazu über im Freien Kleinfeld-Handball zu spielen. Es sollte die lange Zeit zwischen den Hallenrunden im Winter überbrücken. Aber auch dieser Versuch dauerte nicht lange. Der Hallenhandball setzte sich auf breiter Front durch. Ottenhöfen spielte in dieser Zeit Großfeld-Handball (Bezirksklasse), Hallenhandball (Kreisklasse), aber auch Kleinfeld-Handball.
Das Handballspiel auf dem Sportplatz wurde nicht mehr sehr ernst genommen. Die Faszination des Spiels in der Halle war stärker. Am Ende der Saison 1970/71 schaffte der ASV Ottenhöfen den Aufstieg in die Kreisklasse A. Einige Jahre später fand man sich in der Kreisklasse B wieder. Sportlich gesehen ein Tiefpunkt des ASV. Doch man schaffte auf Anhieb den Wiederaufstieg. Der Bau der Schwarzwaldhalle in Ottenhöfen im Jahre 1978 war für den All-Sportverein Ottenhöfen e.V. gleichzeitig der Auftakt zu bemerkenswerten sportlichen Erfolgen.

80er – Der Weg nach oben
 
Von der Kreisklasse A aus folgte ein fast kontinuierlicher Aufstieg bis in die Verbandsliga. Dabei hatte der ASV immer auch eine glückliche Hand bei den jeweiligen Trainerverpflichtungen. Mit der Verpflichtung von Klaus Krippl, Wolfgang Roll, Erich Quarti, und nochmals Wolfgang Roll landeten die Vereinsverantwortlichen jeweils Volltreffer.
Ende der 70er enteilten die Mannschaften mit denen man früher in einer Klasse spielte, auf dem Weg nach oben. Auch in der Kreisklasse A war der ASV Ottenhöfen eine der wenigen “ersten” Mannschaften. Die anderen Gegner waren überwiegend Reservemannschaften höherklassiger Vereine. Erst mit dem Aufstieg in die Bezirksklasse (1981/82) gelang der Sprung aus der „Unterklassigkeit“.
Auch die 1973 ins Leben gerufene Damenmannschaft des ASV schaffte in den Achtzigern den Sprung in die Bezirksklasse. Dort wurde man 1988 Bezirksmeister, und 1990 gar Landesligameister. Immer mehr etablierte sich der Damensport im Verein.

90er – Der Weg nach oben geht weiter
 
Der sportliche Erfolg der 90er Jahre kannte schier keine Grenzen für den ASV. Bei den Herren schaffte eine spielerisch ausgeglichene Mannschaft zwei Bezirkspokalsiege, und zog 1993 gar die 2. DHB-Pokalrunde ein. Nach der Landesligameisterschaft im Jahre 1994 folgte die Teilnahme in der Verbandsliga. Schon hier – so schien es – war Endstation für den ASV. Doch entgegen aller Experten-Einschätzungen gelang es dem ASV in der Saison 96/97 als Tabellenzweiter hinter Meister TV Sandweier in die Oberliga Südbaden aufzusteigen. Zeitgleich zogen die Damen des ASV ins Oberhaus ein.
 
Oberliga war für den ASV ein Traum, der plötzlich Wirklichkeit geworden war und bis heute andauert. Der wiederholte Erhalt der Oberliga sorgte bei vielen Außenstehenden für Verblüffung und zunehmend für Anerkennung. Nicht zuletzt weil dieser fast ausschließlich von Eigengewächsen getragen wurde. Dies trifft übrigens auch auf die Damenmannschaft des ASV zu, die ebenfalls seit Jahren der Oberliga Südbaden angehört.

Millennium
 
Spätestens zu diesem Zeitpunkt meinte man im ASV den sportlichen Zenit erreicht zu haben. Die Leistungsträger waren im fortgeschrittenen Alter. Doch genau sie setzten dem ASV-Erfolg auf dem Weg ins neue Jahrtausend noch das “Häubchen” auf.
Neben dem erneuten Oberliga-Klassenerhalt der Damen und Herren schaffte 1999/2000 auch noch die zweite Herrenmannschaft einen Aufstieg – und zwar in die Bezirksklasse.
Einer der “alten” Spieler erlebte zu diesem Zeitpunkt wohl eine Art “déjà vu”. Michael Horn war es, der bereits vor knapp 20 Jahren erfolgreich um den Aufstieg in die Bezirksklasse kämpfte. Damals noch als “Youngster” in der I. Mannschaft spielend, ist er heute eine der Leitfiguren in der “Zweiten”.
 
2001 – Standort und Zukunft des ASV
 
Auf all diese Erfolge die niemand für möglich gehalten hätte, kann die ASV-Familie stolz sein. In den letzten Jahrzehnten wurde im gesamten Verein wirklich “Großes” geleistet. Sportlich gesehen bewegt sich der ASV heute mit Sicherheit auf dem obersten Level seiner Möglichkeiten. Alters bedingt befindet sich die Männermannschaft seit einiger Zeit im Umbruch. Im Laufe der letzten drei Jahre musste das Team zwangsläufig verjüngt werden. Dabei war man gezwungen neben eigenen Nachwuchskräften auch Spieler aus den benachbarten Vereinen anzuwerben um einen Oberliga tauglichen Kader aufstellen zu können. So entstand eine Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern die gegenseitig voneinander profitieren können.
 
Der bisherige Weg der Verjüngung muss konsequent fortgesetzt werden, da das Laufbahnende weiterer Spieler in Sicht ist. Dabei soll verstärkt die eigene Jugend Berücksichtigung finden, die über gezieltes Training an diese Aufgaben heran geführt wird. Mit gemeinsamen Anstrengungen sollte es möglich sein auch in der Zukunft einen attraktiven Handball in der Schwarzwaldhalle bieten zu können.
In der Zukunft wird es wichtig sein, dass die Basis im Verein, also die Jugendarbeit sowohl bei den weiblichen wie bei den männlichen Jugendlichen stark ausgeweitet wird. Neben der Steigerung der Quantität wird auch die Qualität der Jugendarbeit noch effektiver gestaltet werden müssen. Eine auf Dauer angelegte Kooperation Schule/Verein sowie verbesserte Ausbildung von Jugendbetreuern und Jugendtrainern sollen dabei behilflich sein. Dabei wird es vor allem auch darauf ankommen, dass sich ehemalige Aktive verstärkt einbringen. Die anstehenden Aufgaben müssen auf viele Schultern verteilt werden.
 
Erste Maßnahmen diese Ziele zu realisieren wurden bereits beschlossen, weitere werden sukzessive folgen. Auch wenn die Ergebnisse nicht sofort sichtbar sind, so ist die Vereinsführung dennoch zuversichtlich hiermit den richtigen Weg für den ASV eingeschlagen zu haben. Daran wird auch ein eventuelles Ausbleiben von kurzfristigen Erfolgen nichts ändern.
Speziell für das Ausbleiben von kurzfristigen Erfolgen möchte ich bei den Zuschauern um Verständnis bitten, denn im Vergleich mit anderen Vereinen hat der ASV den Umbruch bislang vergleichsweise gut verkraftet. Nach zwei Jahrzehnten des Erfolges, bitte ich die ASV-Fans Fairerweise auch dann Schulterschluss zu üben, wenn es einmal nicht nach Wunsch verlaufen sollte. Da der ASV im Gegensatz zu anderen Vereinen mit äußerst bescheidenen Mitteln operiert, darf man auch keine Wunder erwarten.
Die Vereinsführung wird dennoch alles tun, dass der Handballsport in Ottenhöfen weiter attraktiv bleibt und dem Zuschauer auch künftig Spaß und Freude bereiten wird. Es geht darum, eine erfolgreiche Vereinstradition gemeinschaftlich fortzuführen. In diesem Sinne fordere ich alle Mitglieder und Fans dazu auf die ASV – Familie tatkräftig zu unterstützen.
 
21.09.01 – ein schwarzer Tag für den ASV
 
Mit der Saison 2001/2002 ging eine Saison zu Ende die in der langen Vereinsgeschichte wohl als die “Schwärzeste” einging. Die Ereignisse vom 21.09.2001 überschatteten für lange Zeit alle Aktivitäten im Verein. Der plötzliche und für alle unfassbare Tod von Karl-Markus Horn und Daniel Decker riss den ASV aus seinem sonst so harmonischen Vereinsleben und versetzte den gesamten Verein gewissermaßen in einen ” Schockzustand “. Nur langsam erholte sich die ASV-Familie von diesen tragischen Ereignissen und versuchte zur “Normalität” zurück zu kehren. Allerdings war dies nicht einfach und ist sicher auch mehr als verständlich. Denn bis heute sind die Bilder von “Jimmy” und “Decker” allgegenwärtig. In unseren Erinnerungen werden sie für immer einen festen Platz einnehmen.
In Anbetracht der Ereignisse vom 21.09.2001 rückte die ASV-Familie enger zusammen. Über das normale Maß hinaus unterstützte jeder jeden und dies war auch notwendig. Vor allem in der I. Männermannschaft, die mit Daniel ihren etatmäßigen 1. Torsteher verlor, waren Zusammenhalt und Kameradschaft geboten. Mit vereinten Kräften, zusammen mit den beiden neuen Torhütern Thomas Karkutsch und Thorsten Jung, gelang es der jungen Mannschaft um Spielertrainer Klaus-Dieter Gottmann erneut den Klassenerhalt in der Handball Oberliga Südbaden zu sichern. Man konnte spüren, dass sich die Mannschaft für ihre verstorbenen Kameraden ins Zeug legte. Der neuerliche Klassenerhalt ist daher nicht hoch genug einzuschätzen. Dennoch haben Daniel und Karl-Markus große Lücken im ASV hinterlassen. Spieler bzw. Freunde wie Daniel Decker und Karl-Markus Horn kann man nicht ersetzen und das wollen wir auch nicht. Trotzdem kehrte langsam der Handballalltag ein und es wäre sicher auch der Wunsch von beiden gewesen, dass wir versuchen zur Normalität überzugehen.
 
Der schon in den Vorjahren eingeschlagene Weg der Verjüngung soll in allen Seniorenmannschaften konsequent fortgesetzt werden. Speziell in der II. Männermannschaft sollen sich jüngere Spieler bewähren. Da sich diese Spieler ohne Abstiegsangst und ohne fremd verursachten Erfolgsdruck entwickeln sollen, hat sich die Vereinsführung dazu entschlossen die II. Mannschaft in der B-Klasse anzumelden. Dazu beigetragen haben sicher auch das Karriere-Ende von Michael Horn, Wilfried Fischer, Jürgen Köninger und Roland Wigant, die als die bisherigen Erfolgsgaranten der II. Mannschaft einzustufen waren. Des weiteren beendete Dirk Haar bei der I. Herrenmannschaft seine Handballlaufbahn. Künftig wird es darauf ankommen, die jungen Talente zu fördern, aber auch zu fordern um sie an die Aufgaben in der I. Mannschaften heranzuführen, damit wir in Ottenhöfen auch in Zukunft attraktiven Handball zu sehen bekommen. In welcher Liga dies sein wird hängt naturgemäß von vielen Faktoren ab und ist daher eher zweitrangig. Wichtiger ist vielmehr, dass die Mannschaften Kameradschaft üben und das Beste aus ihren Möglichkeiten machen.
 
Dabei sollte der Spaß am Handball nicht zu kurz kommen. Wenn es dann am Schluss erneut zum Klassenerhalt der I. Mannschaften ( Frauen u. Männer ) in der Oberliga reichen sollte, wäre dies umso erfreulicher. Die Vereinsführung will dies im Rahmen ihrer Möglichkeiten so gut als möglich unterstützen. Die Mitglieder und Fans möchte ich auffordern die Mannschaften und den Verein in gewohnter Weise zu unterstützen, damit wir unser Hobby “Handball” auch künftig mit Spaß und Freude genießen können.

Projekt 2005
 
I. Herrenmannschaft
Nach dem zweiten Abstieg hintereinander muss sich der ASV Ottenhöfen eingestehen, dass man mit der I. Herrenmannschaft wieder auf dem Boden der Tatsachen angelangt ist und der oft zitierte Umbruch noch immer nicht abgeschlossen ist. Dies hat vielerlei Gründe. Sie alle detailliert aufzuarbeiten würde an dieser Stelle zu weit führen. Einer der Wesentlichen Gründe dürfte wohl der Weggang von vier Leistungsträgern (Manuel Spinner, Christopher Klein, Jochen Schmieder, Thomas Karkutsch ) bzw. das Karriere-Ende von Thomas Karkutsch sein. Außerdem war der Spagat, junge reaktivierte Spieler auf Landesliganiveau bringen zu wollen bzw. auch zu müssen, einfach zu gewagt. Auch wenn unsere Oldies Klaus-Dieter Gottmann und Wilfried Fischer wie auch Hagen Kern noch manches übertünchen konnten, die Defizite innerhalb der Mannschaft waren mehr als deutlich zu sehen.
 
Der Abstieg als abgeschlagener Tabellenletzter war letztlich die Quittung dafür, dass man in den zurück liegenden Jahren zu wenig Talente aus der eigenen Jugend hervorbrachte, die nahtlos in die I. Mannschaft hätten eingereiht werden können. Trotzdem haben einige junge Spieler unter schwierigen Bedingungen große Fortschritte gemacht. Wieder andere müssen sich wieder auf Ihre Stärken besinnen.
Für den ASV hat nach 16 Jahren Verbandsebene damit der „ Handball-Bezirksalltag“ begonnen. Hat man in den letzten zwei Jahren immer noch auf die Wurfkraft und Spielintelligenz der vorgenannten Spieler vertrauen können, so wird sich diese Saison endgültig als Saison der Wahrheit herausstellen.
 
Ohne die Routiniers und ohne Stefan Schmelzle der die letzte Saison sehr viel Verantwortung übernahm, wurde die letzt jährige Mannschaft weiter geschwächt. Somit muss der Verjüngungsprozess bzw. der Umbau der Mannschaft diese Saison endgültig vollzogen werden. Es bleibt abzuwarten wie sich die jungen Spieler um Spielertrainer Hagen Kern als Mannschaft finden werden. Sicher kann man die Bezirksklasse nicht mit einer Landesliga vergleichen, aber diese Betrachtung kann trügerisch sein. Die Mannen um Coach Hagen Kern tun sicher gut daran die Bezirksklasse ernst zu nehmen, will man nicht frühzeitig eine weiteres Waterloo erleben.
Insgesamt betrachtet stellt sich die aktuelle Situation vor Rundenbeginn in der Bezirksklasse nicht besser dar als letztes Jahr vor dem Start in die Landesliga. Es bleibt daher zu wünschen, dass sich die Mannschaft zu einem „ verschworenen Haufen“ zusammenrauft und an seine Grenzen herangeht, sowohl vom Trainingseinsatz wie auch von der Einstellung her. Zusammen mit einem engagierten Coach Hagen Kern sollte die Mannschaft an einem Strang ziehen, dann können die ASV-Anhänger dieses Jahr vielleicht wirklich auf einen „Klassenerhalt ohne Zitterpartie“ hoffen. Dies sollte gleichzeitig die Zielvorgabe für die kommende Saison sein.
 
Dabei von einem „Selbstläufer“ auszugehen wäre fatal. Im Gegenteil das Team sollte alle vorhandenen Ressourcen ausschöpfen um bald wieder Erfolge – wenn auch kleine – feiern zu können. Der Spaß am Handball sollte dabei nicht zu kurz kommen. Bei akribischer und zielgerichteter Vorgehensweise sollte dem Nichts im Wege stehen. Bei der Umsetzung der anstehenden Aufgaben wünsche ich (1. Vorsitzender “Jesse”) der Mannschaft und dem Trainer Hagen Kern viel Glück und Erfolg.
 
I. Damenmannschaft:
Bei den Damen ist man angesichts eines ebenfalls anstehenden Umbruchs innerhalb der Mannschaft zum Entschluss gekommen die Mannschaft nach 7 Jahren aus der Oberliga zurückzuziehen. Zuvor hatten die Damen in all den Jahren durch Teamgeist geglänzt und sich mit dieser Eigenschaft wohl die Basis für das Überleben in der Oberliga gelegt. In der Bezirksklasse soll praktisch ein ruhiger und gezielter Neuanfang mit jungen Spielerinnen aus der eigenen Jugend vollzogen werden. Zusammen mit Ihrem bisherigen Trainer Detlef Ludwig wollen sie auch in der Zukunft für ein paar Überraschungen sorgen. Der sich abzeichnende Trend einer attraktiven flüssigen Spielanlage soll dabei weiter verstärkt werden. Auch den Damen des ASV sowie ihrem Trainer wünsche ich dabei alles Gute.
 
Jugend:
Im Jugendbereich belegte der ASV am Rundenende 2003/04 gleich mit 3 Mannschaften den 1. Platz. Als amtierende Meister Ihrer Altersgruppe können wir somit im Bezirk Rastatt die ASV-Minis I, D-Jugend u. weibliche C-Jugend nennen. Auch die restlichen 6 Jugendmannschaften belegten hervorragende Plätze. Selbst wenn wir als einzigen Wehrmutstropfen auch in der kommenden Runde keine A-Jugend melden können, ist ein positiver Trend im Jugendbereich zu verzeichnen. Vor allem im Jugendbereich hat es sich der ASV auf die Brust geschrieben, noch mehr Initiative zu ergreifen und langfristig zu planen. Folglich sollte der Slogan eher “Projekt 2015″ anstatt ‘Projekt 2005′ heißen.
 
Konsolidierung und Kursfindung 2006
 
Der ASV befindet sich nach Jahren der sportlichen Konsolidierung – zwei Abstiege aus der Oberliga in die Bezirksklasse bei den Herren und freiwilliger Rückzug aus der Oberliga bei den Damen – langsam wieder auf Kurs. Dabei muss an dieser Stelle zwischen den Männern und den Damen unterschieden werden.
Während die Damen im zweiten Anlauf mit einer blütenweißen Weste Meister wurden und in die Landesliga Nord aufstiegen, müssen die Männer wieder zittern und bangen. Die in den Jahren zuvor schon stark verjüngte Männer-Mannschaft hat in den vergangenen Jahren zwar deutlich an spielerischer Substanz dazu gewonnen, aber das reicht noch immer nicht aus um im gesicherten Mittelfeld Platz zu nehmen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Mannschaft auch immer wieder durch Verletzungssorgen geplagt wurde und der Trainingsbesuch durch berufliche und schulische Gründe nicht optimal ist, was die Lage nicht einfacher macht. Dennoch werden Trainer und Spieler alles daran setzen die Bezirksklasse zu halten. Die Rückkehr von Stefan Schmelzle vom BSV Phönix Sinzheim im Nov. 2006 sollte die junge Mannschaft weiter beflügeln. Mittelfristig muss es dem ASV gelingen einen sicheren Mittelfeld-Platz in der Bezirksklasse zu erreichen.
 
Den Damen kann man nur Komplimente aussprechen. Sie haben einen tollen Zusammenhalt und haben praktisch alles richtig gemacht. Dieses Team ist auf einem seht guten Weg und wird uns bestimmt weiter positiv überraschen, davon sind wir überzeugt.
Im Bereich der Jungendarbeit haben die Maßnahmen der letzten Jahre gegriffen und wir dürften so ziemlich den höchsten Stand an aktiven Jugendlichen verzeichnen den der ASV je hatte. Hier leisten vor allem die Trainerinnen und Trainer unter der hervorragenden Koordination des Jugendleiters eine immens gute Arbeit. Auch wenn wir vor kurzem die A-Jugend mangels Spieler abmelden mussten, so sind wir trotzdem gut gerüstet für die kommenden Jahre. Die nachrückenden Mannschaften bereiten uns schon jetzt viel Spaß und der Zeitpunkt an dem der „Knoten“ platzten wird ist abzusehen.
 
Wir als Vereinsverantwortliche arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung der Situation, erzwingen allerdings wollen wir nichts. Wir müssen uns noch in Geduld üben, das bleibt uns nicht erspart. Sie liebe Fans und liebe Zuschauer fordern wir auf die ASV-Familie weiter zu unterstützen und gemeinsam mit uns diesen Weg zu gehen. Den größeren Teil der Durststrecke haben wir unseres Erachtens bereits hinter uns. Lassen Sie uns gemeinsam nach vorne blicken, denn es werden bald bessere Zeiten kommen.
 
…. Ottenhöfen im November 2006 …
 
. . . . . Fortsetzung folgt !

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